Montag, 13. Dezember 2010

Das Champions League Gesicht

Besser hätte diese "Englische Woche" gar nicht laufen können. Neun Punkte aus drei Spielen, besser geht es nicht. Und diese Punkte wurden nicht gegen irgend welche Gegner geholt, die Gegner waren keine geringeren als Bayern, Benfica und Mainz. Wie die Punkte geholt wurden ist dabei völlig uninteressant, aber die Knappen haben diese neun Punkte nicht mit Glück geholt, sondern sie haben sie verdient, sie wurden erkämpft.

Im Spiel gegen Mainz war alles dabei, was ein gutes Spiel ausmacht. Tempo, Kampf und guter Fußball. Schalke konnte absolut gegen die spielstarken Mainzer mithalten, war zeitweise sogar besser und bestimmte das Spiel und das Auswärts. Die Knappen, diesmal in Dunkelblau, traten souverän auf und kamen zu ihren Chancen. Auf den verschossenen Elfer möchte ich nicht eingehen. Pech gehabt halt. Die Führung war in der Entstehung hervorragend über Schmitz raus gespielt. Das der Schuss von Jurado über Rauls Hintern zu Farfan kommt ist ein bisschen glücklich, aber auch das braucht man mal. 
Der Elfer von Mainz war eine absolute Frechheit. Szalai, perfekt bedient von Holtby, läuft an Manu vorbei und lässt sich, ohne jede Berührung, einfach fallen und wurde mit einem Pfiff von Herrn Brych belohnt. Zum Punkt schritt Andre Schürrle. Sein Schuss war denkbar schlecht und Neuer hielt problemlos. Es war eine der wenigen Momente, in denen Neuer sich auszeichnen konnte. 

Die Schlussphase wurde relativ gut und ohne Großchancen der Mainzer überstanden, trotzdem tanzte der Angstschweiß auf der Stirn und eine riesen Last fiel von mir ab, als der Schlusspfiff ertönte. Es war eine Befreiung. Es wurde immer mal wieder ein wenig hektisch, da die Mainzer oft mit dem Schiedsrichter haderten. Sie neigten dazu ein bisschen die Kontrolle über sich zu verlieren. Der Mainzer Trainer Tuchel hüpfte an der Seitenlinie wild auf und ab. 

Spielerisch leisteten die Königsblauen eine klasse Partie. Es wurde super kombiniert, Pässe die sonst nicht mal in die Nähe des anvisierten Spielers kommen, fielen diesmal direkt auf den Fuß des Mitspielers. Doppelpässe, One-touch und Kombinationen wurden locker und leicht auf den Rasen gezaubert. Das war schon nett anzuschauen und man konnte stolz auf die Mannschaft sein. Besonders in den Vordergrund spielte sich wiedermal Peer Kluge, der überragende Mann der letzten Woche. Er mausert sich zum besten Mann im Schalker Mittelfeld. Auch der Problemherd der kompletten Saison, die Abwehr, konnte sich gestern sehen lassen. Die Mainzer Offensive fand kaum bis gar nicht statt.


In der Tabelle machte man einen großen Satz nach vorne, und steht nun auf Platz 10. Wenn Schalke nächstes Wochenende gewinnt, daheim gegen Köln, und Hamburg es höchstens zu einer Punkteteilung bringt, besteht die Möglichkeit in der oberen Tabellenhälfte zu überwintern.
So wurde die erste Hälfte der Saison 2010/2011 doch noch relativ passabel abgeschlossen. In der Liga steht man zumindest auf Platz 10 mit Chance nach oben (Acht Punkte Rückstand auf den fünften Platz) und in der Champions League wartet man auf die Auslosung der Achtelfinal Partie. Mit dieser Ausgangssituation kann man leben. Es gibt immernoch viele Dinge, die man besser machen könnte, aber so kann es weiter gehen.

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