Montag, 28. November 2011

Kein schöner Montag

Ich habe geschrieben, dass es um meinen Montag geht. Dieser Tag wäre jetzt versaut. Es warten bestimmt schon die ganzen Dortmunder auf mich, um mir dann unter die Nase zu reiben, wie unterlegen Schalke denn war und wie toll die Gelben doch sind und und und. Das wird bestimmt super. Da freue ich mich jetzt schon drauf. Augen, beziehungsweise Ohren zu und durch.

Die Dortmunder werden sagen, dass sie überlegen waren, Schalke keine Chance hatte und dass es eigentlich noch höher hätte ausfallen müssen. Ja, das werden sie. Und wisst Ihr was das schlimmste ist? Sie haben vollkommen recht. Schalke war unterlegen und Dortmund klar besser. Für mich war es ein Stich ins Herz zu sehen, wie die Dortmunder so klar überlegen waren. Sie waren in der Lage das Tempo raus zunehmen und beliebig wieder anzuziehen. Diese absolute Kontrolle - das war nicht leicht anzuschauen.

Schalke hat aber auch vieles falsch gemacht. Im Mittelfeld waren die Räume sehr eng, weil die Schalker sich einfach nicht bewegt haben. Man hat den Ball abgespielt - meist nach hinten - und ist dann stehen geblieben. So kann das ja nicht funktionieren. Ohne Bewegung kann man diese Mannschaft einfach nicht schlagen. Was ebenfalls fehlte war der Einsatz. Der einzige der gekämpft hat, sich in jeden Ball reingeschmissen hat und dagegen gehalten hat, war natürlich Jermaine Jones. Die anderen schienen nicht begriffen zu haben, was sich da abspielt. Vielleicht waren sie auch überrascht von den so starken schwarz-gelben. Vielleicht waren sie überrascht, dass es so wenig Platz gab, dass man so früh unter Druck gesetzt wurde. Vielleicht ist die Mannschaft zu unerfahren. Vielleicht hatte die Mannschaft auch einfach nur einen schlechten Tag. Ja, vielleicht...

Ich bin kein Fan davon, sich auf einen Spieler einzuschießen und das ganze Spiel auf ihm rum zuhacken, aber am Samstag habe ich mich fürchterlich über Baumjohann aufgeregt. Er hat an sich richtige Ansätze gezeigt, aber bei ihm habe ich das Gefühl, dass er sich irgendwie zu wichtig nimmt. Statt den Pass zum freien, besser positionierten Mann zu spielen, geht er lieber ins Solo gegen drei Mann und verliert den Ball. Da werde ich bekloppt vor dem Fernseher. Sicher hat er das Zeug auch mal eine 1 gegen 1 Situation für sich zu entscheiden, aber er will einfach zu viel. Mit dem Kopf durch die Wand. Alleine gegen drei. Das kann doch nicht funktionieren. Das muss er doch selber sehen. Das muss er verbessern, daran muss er arbeiten, sonst kann er dem Team nur begrenzt helfen.

Zu Unnerstall muss ich nichts sagen, oder? Bester Mann gewesen am Samstag. Bei den Toren konnte er nichts machen, ansonsten hat er alles gehalten - teilweise mit unfassbaren Paraden. Ich vermute, dass Fährmann es nicht leicht haben wird, wenn er wieder fit ist. Aber mit diesem 'Problem' müssen wir uns zu einem späteren Zeitpunkt nochmal befassen. Das ist jetzt noch nicht von Bedeutung.

Unter'm Strich bleibt festzuhalten: Schalke hat das Derby der Hinrunde der Saison 2011/2012 verloren und ist nicht aus einem Wettbewerb ausgeschieden, wie Holtby es zu sagen pflegte. Es war eine verdiente Niederlage und das tut weh. Es hat an vielem gefehlt im Schalker Spiel, deshalb konnte man das Spiel der Dortmunder nicht mitgehen. Mund abputzen und weiter gehts. Nicht zu lange an dieser Niederlage knabbern. Am Donnerstag kommt Bukarest in die Arena.

PS: Das hier solltet ihr auf jeden Fall lesen: Was Lewis Holtby sagt und was sky daraus macht.

Kommentare:

  1. Ich kann das Baumjohann Bashing nicht wirklich nachvollziehen. JEDER Offensivspieler wurde am Samstag mindestens gedoppelt, wenn nicht gedrippelt. Der Unterschied war, dass die anderen den Ball direkt verloren oder zurückgepasst haben, während Baumjohann versucht hat, diese Überzahl man zu durchbrechen.
    Ich bin weit davon entfernt, ihm ein gutes Spiel zu attestieren, aber diese Art und Weise kann ich ihm, zumindest in diesem Spiel, nicht ankreiden.

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  2. Natürlich war es sehr eng im Mittelfeld, jedoch hat Baumjohann es das eine ums andere mal wieder probiert blind durch die drei Mann durchzulaufen. Es mag sein, dass er der einzige war, der es probiert hat, aber es hat ja nicht funktioniert. Wenn ich mich richtig erinnere, hat das ganz genau einmal geklappt. Ich denke, statt jedes mal den Ball zu verlieren ist der Pass, eventuell auch nach hinten, besser.

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