Montag, 13. Februar 2012

Mit falscher Aufstellung ohne Chance

Schalke verliert also das dreifach wichtige Spiel gegen Gladbach sang- und klanglos mit 0-3 und muss somit von Platz 3 der Tabelle weichen. Zwei Punkte hinter Gladbach, dem neuen Tabellendritten, und fünf Punkte hinter den Unaussprechlichen auf dem ersten Tabellenrang - da steht man nun.

Die Niederlage gegen die Gladbacher ging völlig in Ordnung - auch in der Höhe. Schalke war 90 Minuten lang nicht anwesend auf dem Rasen. Es hat an allem gefehlt. Kampfgeist, Wille, Einsatz und Taktik. 

Huub Stevens hat die Mannschaft - die sich in der Hinrunde gefunden hat und eingespielt schien - wieder umgebaut. Ich habe Stevens für seine Entscheidungen immer bewundert. Sie haben immer gefruchtet, wie man so schön sagt. In der Hinrunde hat sich mit Höwedes auf rechts, Matip und Papa in der Mitte und Fuchs auf links eine funktionierende, sicher stehende Abwehrkette herauskristallisiert. Anfang der Rückrunde verletzte sich Höwedes und es musste die rechte Seite neu besetzt werden. Das übernahmen Uchida und Höger. Jetzt, wo Höwedes wieder fit ist, könnte man zur alten Formation zurückkehren. Diese Abwehrkette hat sich bewehrt vor der Winterpause und es war klar, dass gegen Gladbach eine sicher stehende Abwehr das Fundament eines eventuellen Punktgewinn wäre. Es würde sich also anbieten Höwedes wieder auf rechts zu setzen. Er hat auf der Position gute Leistungen gezeigt und hätte auch wohl lediglich auf dieser Position die Chance für die Nationalmannschaft bei der EM zu spielen. Stevens hat dies scheinbar anders gesehen und stellte Höwedes in die Mitte. Die Position des rechten Verteidigers übernahm Höger, über den Stevens sagte, er sei kein Rechtsverteidiger und würde auf dieser Position nicht mehr spielen. Somit rückte Matip aus der Viererkette nach vorne auf die 6-er Position. Es war die falsche Entscheidung. Schalke hätte genauso gut ohne Abwehr auftreten können. Abwehrtechnisch gesehen war es eins der schlechtesten, wenn nicht das schlechteste, Spiel in dieser Saison. Eine reine Katastrophe. In vielen Situationen wurde reagiert, wie man es sonst nur von der Abwehr der E-Jugend vom Dorfklub kennt. Alle Mann auf den Ball oder keine Absprache, immer einen Schritt zu spät, keine Zuordnung. Es passte einfach nichts. Ob das alles an der 'falschen' Aufstellung liegt, weiß ich nicht. Jedenfalls verstehe ich nicht, wieso Stevens die Abwehr umgestellt hat. 

Weiter noch habe ich an der Aufstellung etwas zu meckern. Schon gegen Mainz schon wurde klar, dass es nicht zur Stabilität beiträgt den zweiten defensiven Mittelfeldmann zu streichen und dafür einen zweiten Offensiven auszustellen. Gegen eine so spiel- und konterstarke Mannschaft wie Gladbach wäre es wohl wichtig die Defensive zu stärken. Im konkreten Fall, statt dem offensiven Jurado, der wahrlich kein Defensivkünstler ist, hätte man lieber einen defensivstärkeren Spieler gebracht. Auf der Bank saß zum Beispiel ein Christoph Moritz. Mit Obasi, Farfan, Raúl und dem Hünter hatte man bereits vier Offensive im Team. Ein weiterer Stabilisator für die Abwehr wäre vielleicht nicht falsch gewesen. Ich bin aber nur ein schlau daher redender Blogger, der von Taktik nicht viel versteht. Vielleicht rede ich hier Blödsinn, vielleicht aber auch nicht. Ich glaube, Stevens hat einfach falsch gepokert. Die Aufstellung war auf den Gegner nicht richtig abgestimmt. Das sage ich. 

Ob letztendlich nur die Aufstellung der Knackpunkt war, weiß ich nicht. Vielleicht hatte die Mannschaft auch einfach einen gebrauchten Tag oder Gladbach war einfach zu stark. Ich mache Stevens jedenfalls nicht für die Niederlage verantwortlich. Nein, das tue ich nicht. Das wäre auch falsch. Auch mit dieser nicht ganz perfekten Aufstellung hätte man Gladbach immer noch schlagen können, wenn die Mannschaft sich in guter Form präsentiert hätte. Es hat an vielem gefehlt. Gladbach hatte einen guten und Schalke einen schlechten Tag. So ist das manchmal im Fußball. Damit muss man zurecht kommen, damit muss man leben können. Auch wenn es mir sehr schwer fällt, die Mannschaft so unterlegen und chancenlos zu sehen.

Jetzt heißt es Mund abputzen, weitermachen und am Wochenende wird Wolfsburg geputzt. So als Wiedergutmachung. Ihr wisst schon. 

Kommentare:

  1. Die Abwehr wie in der Hinrunde aufzustellen geht eben deshalb nicht, weil Jones fehlt. Die 6er gehören nun mal mit zu „Abwehr“, wenn auch nicht zur 4er-Kette, und auf dieser Position sieht Stevens nun mal Matip als beste Option; was ich vollkommen nachvollziehen kann.

    Jurado spielte, weil Schalkes Defensive gegen Offensivpressing spielende Clubs stets Probleme mit dem Spielaufbau hat. Jurado spielte tief, eben nicht wirklich als 5. Offensivmann, eher als „Verbinder“. Zu sagen, Stevens hätte 5 Offensivkräfte aufgestellt – ist vielfach zu lesen – finde ich nicht richtig.

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    1. Dass die 6-er, in deinem Fall Jones, mit zur Abwehr zählen ist völlig klar das streite ich auch nicht ab. Ich denke aber, dass es wichtiger ist die Innenverteidigung, die mit Papa und Matip stabil und kompakt erschien und mit Höwedes auf rechts optimal besetzt wäre, nicht auseinander zu bauen nur um Matip auf die 6 zu stellen. Ich hätte lieber gesehen, dass die Abwehrkette nicht mehr auseinander gebaut wird, sondern bestehen bleibt und sich weiter aufeinander abstimmen und perfektionieren kann. Einen Christoph Moritz würde ich gerne mal auf der 6 sehen, zumindest bis Jones und Holtby wieder da sind. Ich sehe auf Matip im Mittelfeld nicht so stark, wie in der Abwehr.

      Jurado ist vom Typ her einfach keiner, der Defensiv mal dazwischen haut oder wirklich die Abwehr stabilisieren kann. Er ist kein Mann für das defensive Mittelfeld. Er ist für diesen Job nicht geeignet. Er ist von Grund auf eher der offensive Spieler.

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  2. Ob nun zu viele Offensive oder ein fehlendes Mittelfeld.

    Ich bleibe bei meiner Aussage das drei Spieler (egal auf welcher Position sie sonst spielen) im eigenen 16er nicht einem Stürmer so viel Raum lassen dürfen, das dieser den Ball annehmen, sich drehen (für mich auch noch in die falsche Richtung) und ein Tor erzielen kann.

    Sorry es fehlte an allem und wenn Gladbach ernst gemacht hätte über 90 Minuten hätten wir heute viel mehr Gelächter aushalten müssen als jetzt schon. Zumindest ich in meiner Region.

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    1. Bei den Gegentoren eins und zwei sah die Abwehr ganz schlecht aus, keine Frage. Das war wirklich traurig anzusehen.

      Gladbach hat nach dem 3-0 aufgehört Druck zu machen, das stimmt. Hätte Gladbach durchgezogen hätten wir uns mehr Buden gefangen. Keine Frage.

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